Woche 2 //// Lektion 6 //// FitLogic – was man bei vermeintlich einfachen Styles beachten sollte
Viele Styles wirken auf den ersten Blick sehr einfach. In der Schnittentwicklung bedeutet „einfach“ jedoch häufig vor allem, dass ein Kleidungsstück weniger Teilungsnähte oder konstruktive Elemente enthält. Dadurch stehen auch weniger Möglichkeiten zur Verfügung, um Form, Balance und Passform gezielt zu steuern.Gerade bei reduzierten Styles wird deshalb sichtbar, wie wichtig ein gutes Verständnis von Passform, Körperform und Balance ist.
Was ist ein einfacher Style?
Ein einfacher Style ist ein Style mit einer klaren, unkomplizierten Grundform und ohne viele aufwendige konstruktive oder dekorative Details.
Typisch dafür ist:
- eine reduzierte Silhouette
- wenige Teilungsnähte
- wenig oder keine aufwendigen Drapierungen
- einfache Verschlusslösungen oder gar kein sichtbarer Verschluss
- ein Schnitt, der insgesamt ruhig und übersichtlich wirkt
Ein einfaches Kleid kann zum Beispiel sein:
- ein gerades Shiftkleid
- ein schlichtes T-Shirt-Kleid
- ein ärmelloses Etuikleid mit wenig Abnähern
- ein locker fallendes A-Linien-Kleid ohne viele Schnittdetails
Wichtig ist aber: „einfach“ bedeutet nicht automatisch „leicht umzusetzen“.
Gerade bei schlichten Kleidern fallen Proportion, Passform und Linienführung besonders stark auf, weil nichts von ihnen ablenkt. Kleine Fehler wirken deshalb oft deutlicher als bei einem detailreichen Modell.
Passformprobleme die bereits in der Basisgröße auftreten, verstärken sich zudem meist durch die Gradierung.
Für die Modepraxis könnte man also sagen:
Ein einfacher Style ist ein Style, dessen Gestaltung auf eine klare Grundform reduziert ist und ohne komplexe konstruktive oder dekorative Elemente auskommt.
Was bedeutet ein „einfacher Style“ für dich?