Ergänzende Anmerkungen /// Texteinblendungen aus den Videos

Im Folgenden findet Ihr die Texteinblendungen aus den Videos.

Video 5:

Kleine Ergänzung zur Berechnung von Falten:

Die Berechnung “3X-soviel Stoffverbrauch” bezieht sich auf sogenannte Vollfalten, bei denen die Faltentiefe der zurückgelegten Strecke am Schnitt entspricht. Falten können aber auch weniger Falteninhalt haben. Zum durch den Schnitt vorgegebenen Stoffverbrauch kommt der Stoffverbrauch für den Falteninhalt (2X die Faltentiefe) hinzu. Egal wie tief die Falten sind, der zusätzliche Stoffverbrauch errechnet sich aus dem Falteninhalt, der 2X der Faltentiefe entspricht.

Video 13:

Die sichtbare Fläche des Faltenrocks wird durch die erforderliche Hüftweite definiert. Zur Berechnung der Falte kommt dann der Falteninhalt hinzu. Über die Faltenanzahl teilt man die erforderliche Hüftweite auf. So erhält man die Faltenaufsicht. Je Falte wird dann der gewünschte Inhalt (total pleat content) dazugerechnet. In diesem Fall arbeiten wir mit voll unterlegten Falten. Das bedeutet, die Faltenaufsicht entspricht der Faltentiefe.

Einen klassischen Faltenrock würde man wahrscheinlich mit einer Hüftweite von ca. 100cm berechnen (3 cm Spiel im Vergleich zum Körpermaß, je nach Faltentiefe und Stoffdicke). Anhand der gewünschten Faltenaufsicht wird dann die benötigte Faltenanzahl ermittelt. Dabei sollte man immer auf einen entsprechend teilbaren Betrag achten oder die Hüftweite entsprechend anpassen.

Im in dieser Lektion gezeigten Beispiel des manuellen Absteckens sind die Auswirkungen einer körpergetreuen Abbildung der Falten gut zu erkennen. Im offenen Zustand erkennt man die Ungenauigkeiten der Methode. Im geschlossenen Zustand sind unterschiedlich große Nahtabstände zu sehen. Eine ungleiche Faltenaufsicht im Bundbereich irritiert das Auge jedoch und ist auch in der Produktion nicht gut umsetzbar.

Um Falten an Rundumfaltenröcken gleichmäßig abzunähen, bedient man sich daher oft einer Schablone zum Anlegen oder Abzeichnen.  Durch eine über alle Falten gleichmäßige Aufteilung wird damit eine exakte Ausformung und Weitenberechnung gewährleistet. 

In unserem Beispiel kann der Unterschied zwischen 20er, 10er und 5er Hüfte im Verlauf zur Taille berechnet werden und gleichmäßig über alle Falten verteilt werden. Der Unterschied in der Körperformung ist hier nicht mehr ausschlaggebend, da die Optik über gleichmäßig abgenähte Falten wichtiger ist.

Bei kleineren Faltenaufsichten und z.B. 100% PE würde man anstatt mit abgenähten Falten mit einem Flachplissee arbeiten. Der Unterschied zum Flachplissee und einem klassischen abgenähten und gebügelten Rundumfaltenrock sind die schon fixierten völlig geraden Faltenbrüche. Berechnung und Aufteilung der Falten erfolgen nach demselben Schema. Der sichtbare Faltenbruch wird dabei jedoch nicht verändert.

Verarbeitungstechnisch empfiehlt es sich, nur mit losen Falten zu arbeiten. Ausgehend vom sichtbaren Faltenbruch werden diese nur im Taillenbereich gleichmäßig über alle Falten etwas übereinander verschoben. Dies hat nur eine einseitige Auswirkung auf den inneren Faltenbruch. Dieser kann aber ohne große optische Einschränkungen vernachlässigt werden. Da die Faltenabstände bei einem Flachplissee üblicherweise kleiner sind, fällt die einseitige Verschiebung kaum auf.

Für plissierte Faltenröcke sind in der Regel keine Schnitteile erforderlich, da meistens „Endlos-Plissee“ über die laufende Meterware verarbeitet wird. Die Berechnung für die Größen findet dann über die Angabe der Faltenanzahl je Größe statt. Bei einer Aufsicht von z.B. von 2 cm sind rechnerisch 2 zusätzliche Falten von Gr. 38 auf Gr. 40 erforderlich.