Woche 2 //// Lektion 3 //// FitLogic – warum es sinnvoll ist, bereits in der Basisgröße an die Gradierung zu denken

Damit das gelingt, muss bereits in der Entwicklung überlegt werden, welche Bereiche unverändert bleiben sollen, wo Anpassungen notwendig sind und welche Linien oder Strecken im Größenlauf besondere Aufmerksamkeit erfordern.
Je klarer ein Modell in seiner beabsichtigten Wirkung verstanden wird, desto besser lassen sich solche Entscheidungen treffen. Gradierung sollte deshalb kein nachgelagerter Schritt sein, sondern als wichtiger Teil der modellgerechten Schnittentwicklung in den Schnittentwicklungsprozess integriert werden.
Tipp //// Den Inhalt dieser Lektion findest du auch in einem PDF etwas weiter unten auf der Seite. Du kannst es dir parallel öffnen oder ausdrucken. In dem PDF findest du alle Inhalte aus dieser Lektion (Lektion 3) und Lektion 4, mit allen Abbildungen in einem größeren Format und allen Texten zusammenhängend im Din A4 Format.
Was ist Gradieren?

Gradierung ist die Übertragung eines Schnittes von einer Ausgangsgröße auf weitere Größen.
Dabei wird ein Modell nach festen Regeln so verändert, dass Passform, Proportionen und Modellcharakter in allen Größen möglichst erhalten bleiben. Aus einem in einer Basisgröße entwickelten Schnitt entstehen so weitere Größen eines Größensatzes.
Beispiel:
Du entwickelst ein Modell in Größe 38. Durch die Gradierung entstehen daraus dann Größe 34, 36, 40, 42 und weitere Größen.
Die Werte, nach denen ein Schnitt gradiert wird, leiten sich vom Körper ab. So wie der Körper sich von Größe zu Größe verändert, wird auch der Schnitt angepasst.
Bei der Festlegung von Gradiersprüngen und Gradierregeln werden neben den körperlichen Veränderungen weitere Faktoren berücksichtigt. So wird beispielsweise darauf geachtet, dass die Gradiersprünge nicht zu klein sind, sich gut berechnen lassen, harmonische Zahlenreihen ergeben und sich in ein Gesamtsystem einordnen lassen.
Oberstes Ziel ist es, mit einem Kleidungsstück eine möglichst große Zielgruppe anzusprechen und zugleich effiziente Workflows zu ermöglichen. Die Passform spielt dabei die größte Rolle.
Ebenso wichtig ist jedoch, dass die Gradiersprünge nachvollziehbar sind und ein möglichst hoher Tragekomfort erreicht wird. Genau deshalb braucht ein Schnitt feste Gradierregeln.
Beim Gradieren wird ein Modell nicht einfach proportional größer oder kleiner skaliert, sondern systematisch an den Größenlauf angepasst. Denn bestimmte Maße verändern sich je nach Größe unterschiedlich. Die Brustweite wächst anders als die Schulterbreite, die Gesamtmodelllänge anders als die Ärmellänge.