Was ist Gradieren?


T48

Gradierung ist die Übertragung eines Schnittes von einer Ausgangsgröße auf weitere Größen. 

Dabei wird ein Modell nach festen Regeln so verändert, dass Passform, Proportionen und Modellcharakter in allen Größen möglichst erhalten bleiben. Aus einem in einer Basisgröße entwickelten Schnitt entstehen so weitere Größen eines Größensatzes.

Beispiel:

Du entwickelst ein Modell in Größe 38. Durch die Gradierung entstehen daraus dann Größe 34, 36, 40, 42 und weitere Größen.

Die Werte, nach denen ein Schnitt gradiert wird, leiten sich vom Körper ab. So wie der Körper sich von Größe zu Größe verändert, wird auch der Schnitt angepasst. 

Bei der Festlegung von Gradiersprüngen und Gradierregeln werden neben den körperlichen Veränderungen weitere Faktoren berücksichtigt. So wird beispielsweise darauf geachtet, dass die Gradiersprünge nicht zu klein sind, sich gut berechnen lassen, harmonische Zahlenreihen ergeben und sich in ein Gesamtsystem einordnen lassen.

Oberstes Ziel ist es, mit einem Kleidungsstück eine möglichst große Zielgruppe anzusprechen und zugleich effiziente Workflows zu ermöglichen. Die Passform spielt dabei die größte Rolle. 

Ebenso wichtig ist jedoch, dass die Gradiersprünge nachvollziehbar sind und ein möglichst hoher Tragekomfort erreicht wird. Genau deshalb braucht ein Schnitt feste Gradierregeln.

Beim Gradieren wird ein Modell nicht einfach proportional größer oder kleiner skaliert, sondern systematisch an den Größenlauf angepasst. Denn bestimmte Maße verändern sich je nach Größe unterschiedlich. Die Brustweite wächst anders als die Schulterbreite, die Gesamtmodelllänge anders als die Ärmellänge.