Woche 5 //// Lektion 4 //// TechInsight //// worauf es beim Faltenrock ankommt
Faltenröcke gehören zu den Styles, die als einfach eingeschätzt werden könnten, weil sie simpel aussehen und sich leicht berechnen lassen. Wie die folgenden Überlegungen zeigen werden, erfordern Faltenröcke ein hohes Maß an Vordenken.Die eigentliche Schnittarbeit ist oft nicht der komplexeste Teil – entscheidend ist die vorgelagerte Planung von Form, Volumen, Rapport und Größenlauf.
Gradierung: Falten als variables System
In solchen Fällen verschiebt sich der Schwerpunkt der Arbeit:
Der konstruktive Aufwand im Schnitt ist oft geringer, da mit einer Art Schablone gearbeitet wird. Dafür steigt der Aufwand in der Planung von Optik, Rapport und Faltenverlauf deutlich an. Gleichzeitig muss die Gradierung von Anfang an mitgedacht werden.
Gerade bei rapportierten Stoffen stellt sich die Frage, wie sich das Erscheinungsbild im Größenlauf verändert. Wenn sich Faltenbreiten oder Faltentiefen durch die Gradierung verändern, verschiebt sich auch die Faltenaufsicht – und damit das gesamte optische Bild.
Eine Möglichkeit besteht darin, die Gradierung teilweise aus den Falten heraus zu entwickeln. Das bedeutet, dass Faltenbreiten oder -tiefen bewusst variiert werden, um die Größenanpassung zu erreichen. Dabei muss jedoch genau beobachtet werden, ab welchem Punkt die Faltentiefe nicht mehr ausreicht und zusätzliche Falten notwendig werden.
In der Praxis ist es häufig eine Kombination verschiedener Ansätze:
Ein Teil der Gradierung erfolgt über die Faltentiefe, ein anderer über die Anzahl der Falten. Diese Entscheidungen müssen früh getroffen werden, da sie sowohl die Konstruktion als auch die Optik beeinflussen.
Grundsätzlich zeigt sich hier deutlich:
Faltenröcke erfordern ein hohes Maß an Vordenken. Die eigentliche Schnittarbeit ist oft nicht der komplexeste Teil – entscheidend ist die vorgelagerte Planung von Form, Volumen, Rapport und Größenlauf.